BIOGRAPHIE

Johannes Schmoelling wurde im November 1950 im oldenburgischen Lohne geboren. Mit acht Jahren erhielt er Klavierunterricht und unternahm mit zwölf erste Versuche an der Kirchenorgel. Der phantastische Klang dieses majestätischen Instruments hat ihn in den nächsten Jahren mehr geprägt als das Klavierspiel. Mit 14 war er bereits Organist einer katholischen Kirche in Delmenhorst.

Nach dem Abitur 1970 in Wilhelmshaven, reizte ihn der Beruf des Tonmeisters, die ideale Kombination einer musikalischen Ausbildung mit technischer Komponente. Bevor er allerdings 1972 das Tonmeisterstudium an der Hochschule der Künste in Berlin aufnehmen konnte, musste der Dienst bei der Bundeswehr absolviert werden: musikalisch, im Marine - Musikkorps Nordsee in Wilhelmshaven.

Nach Abschluss des Studiums 1977 begann er, sich mit der Elektronik zu beschäftigen. Ein logischer Schritt, der unter anderem durch die intensive Orgelarbeit herbeigeführt war.

Nach dem Studium folgte ein Job als Theater-Tonmeister an der "Schaubühne am Halleschen Ufer" in Berlin. Dort lernte er mit Geräuschen, Klängen, Rauminstallationen und Licht umzugehen. Kenntnisse, die er heute noch in seiner Musik einsetzt.

Mitte 1979 wurde er von Edgar Froese direkt vom Theater wegengagiert. Edgar Froese - Gründer der Elektronik-Band TANGERINE DREAM - war bestrebt die Band wieder in traditioneller Besetzung - drei Keyboarder - neu zu formieren.

Bei TANGERINE DREAM blieb Schmoelling bis 1985. Neben Tourneen rund um den Globus entstanden in dieser Zeit diverse Studio- und Live Alben sowie Soundtracks zu Filmen aus amerikanischen Studios (u.a. Thief - Regie: Michael Mann, Legend - Regie: Ridley Scott) und deutschen Fernsehanstalten (z.B. Tatort).

Mit dem Album "Wuivend Riet" auf dem Erdenklang Label startete Schmoelling 1986 seine Solo-Laufbahn.
1988 erschien das zweite Album "The Zoo Of Tranquillity" bei Theta/ Polygram in London. 1990 wurde dann das dritte Album "White Out" bei der Polydor in Hamburg veröffentlicht.

Neben Studiomusiken im eigenen "Riet Studio" in Berlin-Kreuzberg entstanden von 1986 an diverse Hörspielproduktionen für die ARD - Rundfunkanstalten, vornehmlich zusammen mit dem Autor Martin Burckhardt.

1990 komponierte Schmoelling die erste von drei Theatermusiken für die "Schaubühne am Lehniner Platz" zu dem Stück "Mütter und Söhne" von Javier Tomeo. 1992 folgte die Musik zu dem Theaterstück "Der Ohrenmaschinist" von Gerd Jonke und 1995 die Musik zu dem Stück "Kunst" von Jasmina Reza. Dieses Erfolgsstück dokumentiert die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur Felix Prader und Johannes Schmoelling.

Seit 1993 entstanden Kompositionen zu Fernsehfilmen des Regisseurs Konrad Sabrautzky, unter anderem "Zu Treuen Händen" des ZDF (Grimme Preis 1996) und der ZDF-Krimi-Reihe "Ein Starkes Team" mit Maja Maranow und Florian Martens.

1995 erschien das vierte Studioalbum "Lieder Ohne Worte - Songs No Words" wieder auf dem Erdenklang Label und 1998 das Album "The Zoo Of Tranquillity", das lange Zeit vergriffen war, in einer überarbeiteten Version.

Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Felix Prader setzte sich in der Inszenierung "Das Atelier" von Jean-Claude Grumberg am "Renaissance-Theater" in Berlin im Jahr 2000 fort. 2001 entstand am selben Theater die Musik zu Jasmina Reza's "Drei Mal Leben", wieder inszeniert von Felix Prader.

Den lang gehegten Wunsch, sein eigenes Plattenlabel zu gründen, konnte Johannes Schmoelling im Jahre 2000 angehen. Als Initialveröffentlichung auf Viktoriapark Records - so der Name des neu gegründeten Labels - kam das seit 10 Jahren vergriffene Album "White Out" in einer überarbeiteten Fassung heraus. Zu der 1990er-Version kam ein Remix der jungen Künstler Ulrich Schnauss und Robert Wässer als Bonus-Track hinzu.
Im Dezember 2002 folgte das zweite Album auf dem eigenen Label, das Hörstück "Laufen", Autor: Dirk Josczok, mit Musik von Johannes Schmoelling.

Während des Jahres 2003 enstand das Album "Recycle Or Die", das genau am 9. November, Johannes' Geburtstag auf Viktoriapark Records erschien.
Das Bestreben, neben Musiken auch wieder Hörspiele zu veröffentlichen, mündete 2004 in der Doppel-CD-Produktion "Weltmärchen - Weltmusik", eine Zusammenarbeit mit dem Autor und Künstler Hubertus von Puttkamer.

Im Herbst 2005 begann Schmoelling die Arbeit an dem lang ersehnten, nach "Recycle Or Die", überfälligen neuen Album. Im August 2006 war es soweit; unter dem Namen "Instant City" kam die fünfte Veröffentlichung auf Viktoriapark Records heraus.

2007 folgte die Anthologie "Images and Memory", eine Stückesammlung von 20 Jahren Solo-Musiken der Jahre 1986 - 2006.
Mit dem Album "Early Beginnings" (2008) folgte eine weitere Anthologie, die Schmoellings Zeit bei TANGERINE DREAM zum Thema hatte.
Im selben Jahr ergab es sich, dass Johannes Schmoelling sich mit Jerome Froese, selbst ehemaliges Mitglied von TANGERINE DREAM und Sohn von TD-Mastermind Edgar Froese, traf und die beiden die Idee einer musikalischen Kooperation hatten.
Diese Idee entwickelte sich in den folgenden Jahren weiter, bis endlich im Frühjahr 2010 das Projekt LOOM Gestalt annahm.
In der Zwischenzeit folgten weitere Solo-Veröffentlichungen, "A Thousand Times" (2009) und die Wiederveröffentlichung der 1988er-Version von "The Zoo Of Tranquillity" (2010), auf Schmoellings eigenem Label.
Das Album "A Thousand Times" enthielt mit dem Stück "Footsteps" erstmals eine Komposition von Schmoellings Sohn Jonas Behrens, der auch auf zukünftigen Alben wieder in Erscheinung treten sollte.

Mittlerweile stand die Besetzung für das Projekt LOOM fest, dem nun neben Jerome Froese und Schmoelling noch Robert Waters zur Seite stehen sollte, der bereits auf dem Viktoriapark Records-Album "White Out" für einen Remix verantwortlich zeichnete.
2011 war dann ein Jahr sehr vieler Aktivitäten: im September erschien Schmoellings dreizehntes Album, "Time and Tide", LOOM bestritten ihren ersten gemeinsamen Auftritt beim E-Live Festival in Oirschot (Niederlande) und eine erste LOOM-EP "100001" erschien pünktlich zum Debütkonzert am 15. Oktober 2011.
Das Konzert, das ein großer Erfolg war, wurde mitgeschnitten und Anfang des Jahres 2012 als Doppel-CD unter dem Titel Scored auf Viktoriapark Records veröffentlicht.

Infolge des Konzertes und des Erfolgs von Schmoellings neuestem Solo-Album "Time And Tide" beschloss der Schallwende e.V., eine Vereinigung von Freunden und Förderern elektronischer Musik ihren jährlichen Sonderpreis an Johannes Schmoelling zu vergeben. Am 10. März konnte Schmoelling den Schallwende-Preis im Planetarium zu Bochum von seinem Laudator Winfried Trenkler entgegennehmen.

Bereits im April 2012 konnten LOOM zwei weitere Live-Auftritte ankündigen: Am 28. und 29. September auf dem, zum Veranstaltungsort umgebauten, alten Ukrainischen Transportschiff A38 in Budapest, Ungarn. Die beiden Auftritte sollten zu dem bisherigen Höhepunkt in LOOMs Karriere werden.

Ermutigt durch die sehr positiven Feedbacks ihrer Zuhörer trafen sich Jerome Froese, Johannes Schmoelling und Robert Waters, direkt nach der Rückkehr aus Budapest, in Berlin im Riet-Studio um die Arbeit an ihrem ersten Studio-Album zu beginnen, das unter dem Titel The Tree Hates The Forest im Dezember 2013 veröffentlicht wurde. Für 2014 sind weitere Live-Auftritte sind in Planung.
(wird fortgesetzt...)